Gedenkveranstaltung zum Weltfriedenstag
Auf einer Gedenkveranstaltung anlässlich des Weltfriedenstages sprach Frau Dr. Ingrid Jänisch über das Schicksal ihres Vaters. Vor den immer noch martialisch wirkenden Bunkeranlagen Maybach1, von wo aus die Fronten befehligt worden, erfuhren die Teilnehmer, dass ihr Vater zu den ersten Soldaten gehörte, die im II. Weltkrieg ihr Leben lassen mussten.
„Ich war noch so jung, dass ich von meinem Vater nicht einmal ein Bild im Kopf habe.“ Die Nachricht erreichte die Familie kurz vor dem fünften Geburtstag von Ingrid Jänisch. Über die politische Einstellung ihres Vaters wisse sie heute noch sehr wenig. Sie habe, als sie Lesen konnte, den Bücherschrank ihres Vaters durchkämmt. „Mein Kampf“ sei nicht darunter gewesen, jedoch hinter der Bücherreihe „Im Westen nichts Neues“. Vater war Mitglied der NSDAP und kam als Gefreiter im Gefecht ums Leben. „Er sei gefallen, ein Wort, das es nur im Deutschen gibt, nein er wurde ermordet und auch er hat gemordet. Wer fällt kann wieder aufstehen.“, so Ingrid Jänisch. Acht Besucher kamen zu dieser Veranstaltung. Ist der Frieden für uns Deutsche wirklich schon so selbstverständlich, dass wir gemeinsames Gedenken an das schlimmste Kapitel deutscher Geschichte nicht mehr nötig haben?
Für die Anwesenden jedoch wurde auf ganz persönliche Weise an diesem Tag daran erinnert, dass Kriege Leid und Elend über die Menschen, Ihre Familien, die Kinder bringen.
Kriege endlich aus dem Leben der Völker zu verbannen, diesem Ziel diente auch dieses Gedenken einer kleinen Gruppe Zossener Bürger.
