"Der Bürgerhaushalt ist eines der erfolgreichsten Instrumente der Bürgerbeteiligung in den Kommunen. In Deutschland gibt es inzwischen mehr als 30. Die Bundeszentrale für politische Bildung und InWEnt-Servicestelle "Kommunen in der Einen Welt" haben sich zum Ziel gesetzt, Fachleute und Interessierte zu informieren und zu vernetzen. Zu diesem Zweck wurde im Sommer 2007 ein zentrales Online-Portal zum Thema "Bürgerhaushalt" geschaffen... " mehr

Die Bürgerinitiative attac-tf hat bereits 2006 einen Bürgerhaushalt für Zossen vorgeschlagen. Diesen Vorschlag möchten wir konkret aufgreifen und darüber mit allen künftigen Stadtverordneten, der Stadtverwaltung und den Bürgern und Bürgerinnen in unserer Stadt ins Gespräch kommen.
"Der Bürgerhaushalt, auch partizipativer Haushalt oder Beteiligungshaushalt genannt, ist eine neue direkte Art von (kommunaler) Bürgerbeteiligung. Die Verwaltung einer Stadt, einer Gemeinde oder einer anderen Verwaltungseinheit bemüht sich dabei um mehr Haushaltstransparenz und lässt die Betroffenen zumindest über einen Teil vom Investitionshaushalt mitbestimmen und entscheiden.
In Porto Alegre (Brasilien) wurde der Beteiligungshaushalt (Orçamento participativo) seit 1989 erstmals mit breiter Bürgerbeteiligung durchgeführt. Inzwischen wurde die Idee von dort in viele Teile der Welt ,exportiert', u. a. im Rahmen der Lokalen Agenda 21 gab es Initiativen in diese Richtung."
Quelle: Wikipedia, Stand 06.08.2008
"Bei der Beschreibung der Verbreitung von Bürgerhaushalten drängt sich die Frage auf, was ein Bürgerhaushalt eigentlich ist. Reicht es aus, wenn ein Verfahren als Bürgerhaushalt bezeichnet wird? Oder handelt es sich nur um einen Bürgerhaushalt, wenn wie in Porto Alegre über Investitionen diskutiert wird und Prioritäten benannt werden? Eine Betrachtung der Praxis zeigt, dass unter der Bezeichnung „Bürgerhaushalt“ recht unterschiedliche Verfahren zu finden sind (schriftliche Befragungen, Verteilung von Haushaltsbroschüren, Abhalten von Informationsveranstaltungen, Bereitstellung von Quartiersfonds etc.), die wenig miteinander gemeinsam haben. Um eine minimale Vergleichbarkeit zu gewährleisten wurden vom Forschungsprojekt „Europäische Bürgerhaushalte“ für die hiesigen Bürgerhaushalte fünf Kriterien erarbeitet, die in der wissenschaftlichen Literatur aufgegriffen und auch von immer mehr Kommunen als Grundlage herangezogen werden. Demnach wird ein Bürgerhausalt wie folgt definiert:
'Im Bürgerhaushalt nehmen Bürger ohne politisches Mandat an der Erstellung und/oder Umsetzung öffentlicher Finanzen teil. Fünf weitere Kriterien müssen in Europa zu dieser Definition hinzugefügt werden, um den Bürgerhaushalt von anderen Beteiligungsverfahren zu unterscheiden:
Legt man diese Kriterien zugrunde, kann im Jahr 2005 von über 55 Bürgerhaushalten in Europa und zehn in Deutschland gesprochen werden."
Quelle: Wikipedia, Stand 06.08.2008; Bundeszentrale für politische Bildung
Trotz momentaner Erholung bei den Steuereinnahmen, werden auch angesichts des Durchschlagens der Globalisierung auf die Kommunen künftiger weniger Finanzmittel zur Verfügung stehen
Es wäre klug und zeitgemäß, dass alle BürgerInnen die Möglichkeit erhalten, sich im Sinne von zukunftsfähigen Handeln und einer nachhaltigen Stadtentwicklung an den Entscheidungen über den Stadthaushalt zu beteiligen.
Ein Bürgerhaushalt für Zossen, also ein Haushalt, der unter breiter Beteiligung der Bürger aufgestellt wird, ersetzt nicht die formalen Zuständigkeiten und Kompetenzen der Organe der repräsentativen Demokratie, sondern ergänzt diese vielmehr und macht Demokratie wieder zu einer lebendigen öffentlichen Sache.
Der kommunale Hauhalt kommt in einem Verfahren zustande, in dem BürgerInnen sich zu ihren Prioritäten bei der Verwendung der öffentlichen Mittel konkret äußern, bevor die gewählten Institutionen ihre Entscheidungen fällen. Das Bürgervotum kommt in einem Verfahren eigenständiger Willensbildung zustande, das parallel zur kommunalrechtlichen Haushalts-Aufstellung verläuft und mit ihm kooperativ verbunden ist.
Mit der Bündelung der Kompetenzen von Politik, Verwaltung und BürgerInnen fließt der Sachverstand aller beteiligten Seiten in den Prozess der Haushaltsaufstellung ein. Die Gestaltung der Lebensqualität in unserer Stadt wird wieder zu Sache der Bürger selbst und setzt neue Kräfte zur Bewältigung der Probleme frei.
Der Haushalt könnte in einem sich jährlich wiederholenden Turnus nach einem mit den BürgerInnen verabredeten Regelwerk erarbeitet werden, darin könnte unter anderem festgelegt werden:
Qualifizierung zur Teilnahme an Politik und mehr Verständnis für politische Entscheidungsprozesse bei den Bewohnern unserer Stadt.
28. Mai 2008
"Der Bürgerhaushalt der Stadt Köln hat es unter die sechs Finalisten des "UN Public Service Award" geschafft. Damit erhält die Stadt bei der Preisverleihung am 23. Juni in New York eine Anerkennungsurkunde.
In New York ehren die Vereinten Nationen zwölf öffentliche Institutionen mit dem Preis für die besten Serviceleistungen; sechs weitere Finalisten können sich über eine Ehrenurkunde freuen. Diese Urkunde erhält die Stadt Köln in der Kategorie "Förderung und Beteiligung an politischen Entscheidungsprozessen durch innovative Mechanismen" für den Bereich Europa und Nordamerika. Den Preis in dieser Kategorie bekommt die Generalitat de Catalunya, die eine Hauptabteilung für Bürgerbeteiligung eingerichtet hat.
Auf der Bürgerhaushalts-Plattform konnten Kölner Einwohner vom 22. Oktober bis zum 19. November 2007 beraten, wofür die Stadt ihr Geld ausgegeben soll - und wo sie besser sparen sollte. Mehr als 10.000 Teilnehmer diskutierten mit. Für die Durchführung und die Moderation des Forums war Zebralog, Anbieter für medienübergreifende Dialoge aus Berlin, verantwortlich.
Die Beteiligung der BürgerInnen erfolgt in Köln auch über eine Internetplattform.
"Während der Beteiligungsphase vom 22. Oktober bis zum 19. November 2007 haben sich hier über 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer registriert. Zu den über 4.900 Vorschlägen wurden 9.184 Kommentare eingestellt und insgesamt 52.746 Bewertungen (Pro- oder Kontra-Stimme) abgegeben. Über 100.000 verschiedene Besucher haben die Seiten dieser Beteiligungsplattform genau 873.476 mal aufgerufen. Die Vorschläge wurden insgesamt rund 464.000 mal aufgerufen."
Quelle: http://politik-digital.de/buergerhaushalt+koeln+un+public+service+award; 05.08.2008
Weitere Informationen:
https://buergerhaushalt.stadt-koeln.de/
koeln.de/stadtinitiativ/finanzen/news/artikel/12565/index.html
08.08.2008
Literaturhinweise (unvollständige Auswahl):
Quelle: Bürgergesellschaft.de
Auf den Seiten des Innenministeriums NRW
"In dem Gemeinschaftsprojekt „Kommunaler Bürgerhaushalt“ haben das Innenministerium Nordrhein-Westfahlen und die Bertelsmann Stiftung gemeinsam mit sechs Projektkommunen nach Wegen gesucht, die Bürgerinnen und Bürger in einfacher und verständlicher Form über die Haushalte der Städte und Gemeinden zu informieren..." mehr
Herausgeber
Bundeszentrale für politische Bildung
Adenauerallee 86
53113 Bonn
Servicestelle Kommunen in der einen Welt
InWEnt – Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH
Friedrich-Ebert-Allee 40
53113 Bonn
finden Sie alle wichtigen Informationen zu Bürgerhaushalten und wie sie funktionieren.
So sind für alle Interessierten bestimmt folgende Veranstaltungen von Interesse
Am 24.09.2008 findet in Bonn auch dieses Jahr von 11 – 16 Uhr das bereits 6. bundesweite Netzwerktreffen zum Bürgerbeteiligungshaushalt statt. Neben des innerdeutschen Austausches werden diesmal auch internationale Bürgerhaushalte…[mehr]
Wie elektronisch unterstützten Bürgerbeteiligungsverfahren zur Haushaltsplanung aussehen, von welchen Erfolgsfaktoren sie abhängen und warum sie für Verwaltung, Politik und Bürgerschaft gleichermaßen lohnenswert sind, wollen wir Ihnen im Rahmen einer Fachtagung zeigen. Die Tagung am 16.10.08 richtet sich exklusiv an …[mehr]
"Der Bürgerhaushalt im europäischen Vergleich —
Chancen und Perspektiven des kooperativen Staates
auf kommunaler Ebene
Ein Projekt am Centre Marc Bloch in Berlin, gefördert durch die Hans-Böckler-Stiftung, verwaltet durch die Humboldt Universität zu Berlin.."
"Wofür soll in Berlin-Lichtenberg Geld eingesetzt werden? Wo sollen wir sparen? Nennen Sie hier bis zum 31. Oktober 2008 Ihre Ideen, kommentieren und bewerten Sie Vorschläge anderer. Klicken Sie dazu oben auf "vorschlagen" oder "anmelden". Sie können auch links ein Thema oder unten einen zufällig angezeigten Vorschlag auswählen...." mehr
"Vorschlags-Nr. 9143
Ausgabenvorschlag für Lindenthal
von Gertrud45 | 20.11.2007 | 00:00 | Via Internet
Sehr geehrte Damen und Herren,
schaffen Sie bitte die Möglichkeit dass die Klosterstr. ab der Friedrich-Schmidt-Str in Richtung Aachener Str. als Radweg genutzt werden kann.
Mit freundlichem Gruß
Gertud Scheer"