Infohaus Zesch wurde ohne Baugenehmigung neu errichtet



Innerhalb weniger Tage hat die Stadt Zossen das alte Dorfplatzhaus auf dem Dorfanger in Zesch abreißen und komplett neu errichten lassen. Weder die Stadtverordneten wussten von dieser Baumaßnahme noch der Ortsbeirat Lindenbrück. Noch bedenklicher ist allerdings, dass die Verwaltung hierfür auch keinen Bauantrag gestellt hat und somit auch keine Baugenehmigung vorliegt. Es handelt sich um einen klassischen Schwarzbau, so Carsten Preuß, Fraktionsvorsitzender der LINKEN
Die Stadtverordnetenversammlung hatte am 22. April 2009 die Verteilung der Mittel aus dem Konjunkturpaket II beschlossen und damit auch die Rekonstruktion des Gebäudes in Zesch als künftiges Infohauses bestätigt. Beschlussgrundlage war aber kein Neubau und schon gar nicht ein Schwarzbau. Carsten Preuß befürchtet nun, dass die Mittel aus dem Konjunkturpaket zurückgezahlt werden müssen. Für einen Schwarzbau kann es keine Fördermittel geben. Er fordert die Bürgermeisterin auf, den Vorgang lückenlos aufzuklären.
Zudem sind für die weiteren Planungen, auch in Bezug auf die Planungen zum Ausbau des Strandbades Zesch, der Ortsbeirat und der Ausschuss KTL einzubeziehenÜber einen Neubau des Infohauses hätte man durchaus reden können, betonte Preuß, aber dann hätte man einen Bauantrag einreichen und vorher den Ortsbeirat und die zuständigen Ausschüsse einbeziehen müssen. Möglicherweise hätte man für die neue Nutzung den Zuschnitt des Gebäudes oder die Fenster- und Türöffnungen optimieren können. Das sind vertane Chancen für den Ortsteil Zesch.
Konrad Tschorn (DIE LINKE), hatte im Bauausschuss am 16. September 2009 die Bürgermeisterin zu diesem Vorgang befragt und erhielt die Antwort, dass lediglich eine Wand im Zuge der Rekonstruktion des Gebäudes „nicht Stand gehalten“ hat, und daher diese Wand neu aufgebaut werden musste. Tatsächlich wurde jedoch das gesamte Gebäude abgerissen und entsorgt sowie mit Bodenplatte, Wänden und Dach neu aufgebaut.