07.03.2011
von Rainer Reinecke
Das B-Plangebiet "Sportforum Dabendorf" befindet sich im LSG "Notte-Niederung"
Eine Voranfrage zur Ausgliederung des Plangebietes aus dem LSG wurde mit Schreiben vom 02.12.2009 gestellt. Eine Antwort liegt den Stadtverordneten nicht vor.
Die Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet „Notte-Niederung" stammt vom 22. September 2009. Schutzzweck des Landschaftsschutzgebietes ist die Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes.
Sportforum Dabendorf; Lageplan (Entwurf AHNER / BREHM)
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In Dabendorf soll ein Sportforum auf einer Fläche von ca. 9,6 ha entstehen. Nach den derzeit vorliegenden Schätzungen sollen sich die Baukosten auf etwa 7,4 Mio. € belaufen.
Die geplanten Sportanlagen sollen dem
dienen.
Der Aufstellungsbeschluss zum B-Plan "Sportforum Zossen" wurde in der Stadtverordnetenversammlung Zossen am 22. 04. 2009 einstimmig bestätigt.
Weil ein 7,4 Mio. € - Projekt aber keine Kleinigkeit ist, hat unsere Fraktion allerdings auch deutlich gemacht, welche Punkte noch vor Baubeginn zu klären sind:
All diese Punkte sind jedoch bislang ungeklärt!
Solange diese Punkte nicht geklärt sind, sollten alle Schritte unterbleiben, die unter solch ungeklärten Voraussetzungen Planungsrecht für das Gesamtvorhaben schaffen. Sollten wir nämlich im Prozess der Klärung dieser Voraussetzungen erkennen, dass wir noch grundsätzliche Änderungen vornehemen wollen oder müssen, kann es passieren, dass wir gezwungen sind, den Planungsprozess mit Trägerbeteiligung nochmals durchlaufen müssen.
Um die Stadtverwaltung in die Lage zu versetzen, qualifizierte Fördermittelanträge einzureichen, hat die SVV mit dem Haushaltsplan 2010 entsprechende Mittel (200.000 € Eigenanteil) bereitgestellt. Hiervon sollten ein Finanzierungs- und Betreiberkonzept sowie eine Sportstättenentwicklungskonzeption erarbeitet werden.
Im Dezember 2010 wurde der SVV eine Sportstättenentwicklungsplanung vorgelegt. Diese wurde noch nicht diskutiert und ausgewertet. Die vorgelegte Planung der Sportstätten in Zossen
Es fehlt jetzt noch die konkrete Bedarfsplanung für die einzelnen Ortsteile und für die einzelnen Schulstandorte.
In die Bedarfsplanung sind die Ortsteile, betroffenen Schulen und alle Sportvereine der Stadt einzubeziehen. Wir möchten erreichen, dass alle Ortsteile und Sportvereine hinter dem Projekt Sportforum stehen.
Ganz wichtig sind aber nach wie vor die Fragen zur Finanzierung der Baukosten und der Folgekosten. Hier können wir den MSV Zossen 07 nicht allein lassen mit den Kosten. Hier brauchen wir vor Baubeginn Klarheit.
Daher meinen wir: Lieber gründlich vorbereiten, als doppelt planen.
Für die Stadt Zossen liegt erstmals eine Sportstättenentwicklungsplanung vor. Diese Planung ist eine gute Bestandsbeschreibung.
Demnach sind die Sportplätze, mit Ausnahme des Sportplatzes von Schöneiche, in einem sehr schlechten Zustand. Dies gilt insbesondere für die Schulsportanlagen. Für die Sporthallen sieht die Situation anders aus. Die vorhandenen Hallen weisen einen sehr guten bis guten Bauzustand auf. Allerdings wird hier ein Fehlbestand von 45% festgestellt.
In Auswertung dieser Situation fehlt der Sportstättenentwicklungsplanung ein Maßnahme-, Zeit- und Finanzplan für die städtischen Sportanlagen, der allen Sportvereinen und den Schulen der Stadt eine Perspektive bei den Freianlagen und bei den Sporthallen bietet.

Am Freitag den 11.03.2011 hatte die Fraktion SPD/LINKE/VUB in der Stadtverordnetenversammlung Zossen zu einer öffentlichen Fraktionssitzung in das Dorfgemeinschaftshaus Glienick geladen. Im Mittelpunkt der Beratungen stand die Sportstättenentwicklungsplanung für Zossen. Der Einladung waren fast die gesamten Vorstände der beiden großen Sportvereine der Stadt, des MTV Wünsdorf 1910 und des MSV Zossen 07 sowie der Sportfachbereichsleiter der Gesamtschule Dabendorf Dirk Riebsch gefolgt.
Der Diskussion lagen neben der Sportstättenplanung der Stadt auch die des Landkreises Teltow-Fläming zugrunde. Letztere erläuterte Birgit Kaminski, Sachbearbeiterin im Kreisentwicklungsamt. Deutlich wurde hier, dass es neben der schlechten Situation bei den Freianlagen für den Schulsport auch noch ein Defizit bei Sporthallen gibt.
Einleitend erläuterte Carsten Preuss das Anliegen der Beratung. Die Fraktion wolle sich ein Bild darüber verschaffen, wie Vereine und Schulen die Situation der Sportstätten in Zossen einschätzen und welche Maßnahmen notwendig seien, um den Schul- und Vereinssport optimal zu gestalten.
Der stellvertretende Vorsitzende des MSV, Jörn Tryonadt und der Vizepräsident des MTV Clemens Nowak stimmten darin überein, dass zwischen Schul- und Vereinssport eine enge Verbindung bestehe. Im Schulsport würden die Kinder motiviert auch in ihrer Freizeit in Vereinen Sport zu treiben. Dies gelinge aber nur, wenn Sport auch Freude bereitet. Bei dem derzeitigen Zustand der Außensportstätten komme dabei kaum Freude auf.
Mit viel ehrenamtlichem Engagement werden derzeit die Rasenflächen der Fußballfelder gepflegt, um den Spielbetrieb aufrechterhalten zu können. Vielmehr sei nicht drin. Dirk Riebsch sprach von Unfallgefahren auf den derzeit genutzten Schulsportanlagen und mahnte auch an, dass für die Sekundarstufe 2 auch Flächen für ein erweitertes Angebot wie Speer- oder Diskuswerfen am Standort Dabendorf notwendig wären. Der Stadtverordnete Dr. Rainer Reinecke informierte über die Ergebnisse seiner Besichtigung aller Schulsportanlagen in Zossen. Die herumgereichten Fotodokumente stimmten sehr nachdenklich. Deutlich wurde, dass die Situation bei den Freisportanlagen an allen Schulen bedenklich ist.
Auf die besondere Situation des MSV 07 wiesen sowohl die Vorsitzende des Vereins, Martina Butzek als auch Vorstandsmitglied Jörn Tryonadt hin. Der Verein unterhalte zurzeit zwei Sportstätten, dies belaste den Verein sowohl finanziell aber auch beim Einsatz der Kräfte für die Instandhaltung in unzumutbarer Weise. Für diese Situation zeigten sowohl der Ortsvorsitzende der SPD als auch Carsten Preuß volles Verständnis.
Sicherlich wären mit einem Sportforum in Dabendorf für den Vereinssport durch den MSV07 und für den Schulsport der Grundschule und Gesamtschule Dabendorf optimale Bedingungen geschaffen. Jedoch würden für die anderen Schulen und Vereine auf Jahre hinaus keine Mittel für Investitionen oder Instandhaltungen zu Verfügung stehen. Im Haushalt so Jürgen Steinert vom Finanzausschuss, seien bei Sportstätteninvestitionen für die nächsten Jahre bereits 7,4 Millionen für das Sportforum gebunden und keine weiteren Ausgaben in diesem Bereich vorgesehen.
Gerade in einer Stadt wie Zossen, die sich über eine große Fläche erstreckt, (mit vorwiegend ländlichem Charakter) sei der Erhalt der Sportanlagen an mehreren Standorten, insbesondere mit gleichzeitigem Schulstandort, unumgänglich, so die übereinstimmende Meinung der Gesprächsteilnehmer.
Als faire Sportler erkannten auch die Vorstandsmitglieder des MSV 07 die Notwendigkeit an, für die Kinder an allen Schulen in Zossen und für die anderen Sportvereine, ihre Sportstätten so zu sanieren und instand zu halten, dass sie den Anforderungen genügen.
Ein Kunstrasenplatz am Standort Dabendorf, könnte die Situation für den MSV 07 entspannen, da damit der der Standort Thomas-Müntzer-Straße aufgeben werden könnte.
Ein solcher Kunstrasenplatz wäre auch für den MTV notwendig, so Andreas Brettschneider vom Vorstand des MTV. Die Investition würde zwar höher ausfallen als für einen Rasenplatz, jedoch könne er 24 Stunden rund um die Uhr genutzt werden und würde bedeutend weniger Unterhaltungskosten verursachen.
Am Ende der Gesprächsrunde konnte Carsten Preuss resümieren:
Diese heutige Gesprächsrunde hat sicherlich dazu beigetragen, gegenseitiges Verständnis für die Situation der Vereine, der Schulen und der Stadtverordneten zu erreichen.
Unter Beachtung der Anliegen aller Vereine und Schulen, muss bei der Planung von Investitionsvorhaben und Instandsetzungen für alle eine Perspektive erkennbar sein. Dies müsse in einer Sportstättenplanung berücksichtigt werden. Die Stadt Zossen braucht einen Maßnahme-, Zeit- und Finanzplan für die Ertüchtigung der Sportanlagen.
Die einseitige Ausrichtung der Planung auf das Sportforum, so Preuß weiter, sei auch der Grund für die Zurückhaltung der Stadtverordneten der Fraktion SPD/DIE LINKE/VUB gegenüber dem Offenlagebeschluss für das Sportforum.