1. März 2017 cp

"Zossener Gespräche" Cannabis als Medizin - Cannabis entkriminalisieren

Die Zossener LINKE veranstaltet, im Rahmen ihrer Reihe "Zossener Gespräche", am 14.03.2017 um 19 Uhr, ein Forum, das sich mit der Entkriminalisierung von Cannabis befasst. Hierzu begrüßen wir im Bücherstall der Bücher- und Bunkerstadt, in der Gutenbergstraße 5 in 15806 Zossen/Waldstadt, den drogenpolitischen Sprecher der LINKEN-Bundestagsfraktion Frank Tempel.

www.dielinke-zossen.de/fileadmin/zossen/Fotos/Zossen/Info_Zossener-Gespraeche.jpg

Tempel setzte sich im Deutschen Bundestag für einen neuen Umgang mit Cannabis ein.
„Der Bundestagsbeschluss vom 18.01.2017 zum Thema Cannabismedizin markiert eine Zeitenwende“, sagte er. „Deutschland legalisiert nach langer Zeit Cannabis für den medizinischen Gebrauch und wird künftig unter staatlicher Aufsicht sogar selbst Cannabis anbauen. Auch übernehmen die Krankenkassen die Kosten der Cannabis-Therapie. Die Pflanze ist endlich entdämonisiert.“

Das alles erfolge im Interesse der Patienten, die sich bisher trotz schwerwiegender Erkrankungen mit unwürdigen bürokratischen Hürden und horrenden Kosten herumschlagen mussten, um überhaupt ihr Medikament zu erhalten.
Insbesondere bei chronischen Erkrankungen helfe vielen Patienten nur noch Cannabis. Weil sich jedoch besonders CDU/CSU aus ideologischen Gründen weigerten, diese Erkrankten mit Cannabis zu versorgen, kämpften sie sich gegen den Willen der Bundesregierung durch alle richterlichen Instanzen. Moralisch sei das unterlassene Hilfeleistung der Regierung auf Kosten von Erkrankten gewesen. Erst als einem Patienten höchstinstanzlich das Recht auf Eigenanbau zugesprochen wurde, blieb der Bundesregierung keine Alternative mehr: Um den Eigenanbau zu verhindern, musste sie
jetzt medizinisches Cannabis legalisieren.

Trotz der Verbesserungen bleiben Baustellen: DIE LINKE werde genau beobachten, wie die Polizei mit Cannabispatienten im Alltag umgehen wird. Viel zu wenige Polizeibeamte seien darüber aufgeklärt, dass es überhaupt legales Cannabis zum medizinischen Gebrauch gebe. Das sei aufgrund der ideologisch motivierten Verbotspolitik bei Cannabis auch nicht überraschend. Oftmals sei sich die Polizei nicht sicher, ob es sich um legales medizinisches Cannabis handelt oder um illegales Cannabis zum Freizeitkonsum. Folge: Ein Ermittlungsverfahren aufgrund eines Anfangsverdachts des
Verstoßes gegen Betäubungsmittel. Diese Kriminalisierung von Cannabispatienten müsse dringend ein Ende haben.

Frank Tempel war vor seiner Wahl in den Bundestag Kriminalbeamter im gehobenen Dienst und Leiter einer Rauschgiftfahndungsgruppe.