Die Kleinstadt Zossen im Teltow-Fläming-Kreis wurde im Januar 2010 über Nacht bundesweit bekannt. Das "Haus der Demokratie" ging in Flammen auf. Ein 16-Jähriger Neonazi gestand die Tat. Er habe sich aufgeregt, weil in dem Haus eine Ausstellung über Juden gezeigt wurde, gab er zu Protokoll. Schon seit Jahren wird die Kleinstadt von einer Neonazi-Clique regelrecht terrorisert. Sie lauerten türkischen Mitbürgern auf. Sie haben zwei Mitglieder der örtlichen Bürgerinuitiative "Zossen zeigt Gesicht" mit dem Tode bedroht. Und sie randalierten bei einer Holocaust-Gedenkfeier, wo sie herumbrüllten, der Holocaust sei "eine Lüge". "Nationalsozialismus jetzt" skandierten sie da.
Inzwischen haben Polizei und Justiz reagiert. Der Brandstifter, inzwischen 18, lebt auf richterliche Weisung im Heim. Ein heute 25-Jähriger, der ihn angestiftet hat, wurde vom Amtsgericht Zossen im November zu drei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Die von ihm mitgegründete Gruppe "Freie Kräfte Teltow-Fläming" ist verboten. Sie sprach sich offen für eine Wiedereinführung des Nationalsozialismus aus.
Hat sich jetzt etwas geändert? Antenne-Reporterin Lisa Steger war in Zossen, über Monate hinweg, immer wieder, und hat mit den Menschen vor Ort gesprochen. Wie lebt man dort jetzt als Ausländer? Was macht die Bürgerinitiative, wie will die Stadt gegen den Rechtsextremismus vorgehen? Und wieso konnte es überhaupt so weit kommen? Das alles erfahren Sie in den "Brandenburger Begegnungen, am 1. Feburar ab 21 Uhr auf Antenne Brandenburg.